Kontrollettis am Werk!

Ich finde es immer wieder faszinierend welchen Stellenwert Ordnung und Sauberkeit für mein Wohlbefinden haben: Dabei geht es für mich auch darum, die Reizüberfülle einer Umgebung einzudämmen und ihr Struktur zu verleihen.

Als krankhaft würde ich das zwar noch nicht bezeichnen (es belastet mich weder, noch schränkt es mich ein), aber als etwas neurotisch durchaus: Wenn ich dann die Wartezeit auf dem Meldeamt mit dem Sortieren des Flyertisches überbrücke oder die momentane Gerümpelecke so aussieht wie auf obigem Foto, überkommt mich doch eine gewisse Belustigung.

Alien

Wie soll man einem normalen Menschen das Gefühl ein Alien zu sein erklären? Es geht nicht. Selbst ein studierter Psyschologe kann das Gefühl nicht verstehen. Es ist ebenso wenig erklärbar wie Liebe oder Hass und ebenso wenig therapierbar.
Ich habe gelernt mit diesem Gefühl überall ein Fremder zu sein zu leben, auf Familie, Gemeinschaft, Zugehörigkeit zu verzichten. Ein schmerzhafter Prozess.
Viele Jahre lang suchte ich nach meinem Rudel, meiner Familie. Nach Menschen, zwischen denen ich mich nicht wie ein Alien fühlte. Vergeblich. Niemand denkt und fühlt wie ich.
Ich bin allein.

Back in town

Heute durfte ich einen Ausflug nach Marburg machen müssen. Ich kaufe nicht gern online und eine gebrauchte Waschmaschine auf keinen Fall.
Das hat auch wunderbar funktioniert. Der Rest weniger.
Die zwei Stunden Wartezeit auf irgendwelche öffentlichen Verkehrsmittel gaben mit reichlich Gelegenheit für einen Blick in meine jüngere und doch unendlich weit entfernte Vergangenheit. Ich habe ja lange Zeit und bis vor drei Jahren in Marburg gewohnt. Ein beschauliches Städtchen mit einer gewissen Gemütlichkeit.
Was für ein Zerrbild. Laut, schmutzig und hektisch war der Eindruck, den die Stadt heute vermittelte. Ich wollte nur noch da weg, zurück in die Stille des Engelbergs. Noch nicht einmal der Anblick der vielen sommerlich gekleideten jungen Frauen, früher einmal ein Grund der Freude, konnte mir den Aufenthalt dort versüßen.
Zum Glück muss ich nicht ständig dort hin. Ich bin zum Landei mutiert.

Glück

Seit ich hier lebe tropfen meine Augen vor Glück. Ich kann es noch immer nicht richtig begreifen. Ich darf hier sein.
Doch ich wäre nicht ich ohne meine Zweifel. Wie dauerhaft kann Glück sein? Darf ich auch hier bleiben? Oder hat Fortuna, dieses launische Biest, wieder irgendeine Heimtücke vorbereitet?
Egal. Ich bin jetzt hier, ich bin jetzt glücklich und statt Unken höre ich nur Gänse.

Zuflucht für komische Käuze?

Je bewusster mir im Laufe der Jahre mein Sonderlings-Naturell geworden ist mit all seinen Konsequenzen, umso deutlicher wurde der Wunsch nach Ruhe und Abgeschiedenheit: Ohne wuselnde Menschenmassen überall, ohne Verkehrslärm immerfort; dafür mit Platz zum Atmen und Motivation zur Bewegung, in mehr Hinsichten als ich versprachlichen könnte.

Und wenn auch mein Leben erfahrungsgemäß nun eines nicht ist, dann planbar, so hoffe ich dennoch, mir hier für eine ganze Weile einen Hafen einrichten zu können.

Byrinth?

Wer oder was ist dieses Byrinth? Eine Stadt aus einem Märchen? Eine Prinzessin auf der Gurke? Ihr Frosch?
Nichts davon. Die Adresse wurde von mir nur angemeldet, um die von mir gewünschte Emailadresse zu bekommen: l@byrinth.info
Jetzt habe ich diesen Blog angelegt und da war es praktisch noch eine Adresse übrig zu haben. Also nicht weiter drüber nachdenken, sondern weiter lesen. 😉