Eumelchens restliche Zimmer

Arbeitszimmer

Schlafzimmer

Spinnen

Was man in diesem Haus eher nicht haben sollte, ist eine Spinnenphobie. Glücklicherweise bin ich zwar einigermaßen davon verschont geblieben, es gibt aber leider eine Ausnahme: Winkelspinnen.
Irgendetwas an deren gedrungenen Körperform und hektischen Fortbewegungsweise versetzt mir einen Adrenalinstoß der unangenehmsten Art – da sie aber im Grunde genauso harmlos wie andere Spinnenarten dieser Breiten sind und gerade im Keller häufiger vorkommen, hoffe ich sehr diese irrationale Panik durch kontinuierliche Konfrontation mit der Zeit überwunden zu kriegen.

Deutlich häufiger vertreten auch im Rest des Hauses sind jedoch Zitterspinnen: Da diese sich im Vergleich zu ihren Kolleginnen durch eine geradezu stoische Phlegmatik auszeichnen und auch über deutlich filigranere Körper verfügen, hat es mich zugegebenermaßen etwas überrascht festzustellen, dass Zitterspinnen es schaffen Winkelspinnen zu erlegen.
Wikipedia liefert als Erklärung: „Zitterspinnen weben unregelmäßige und diffuse Raumnetze dreidimensionaler Ausdehnung und von beträchtlicher Größe, durch die sie sich geschickt fortbewegen und die sie in die Lage versetzen, auch wesentlich größere Tiere zu überwältigen.“

Und es ist ja schon ein recht beeindruckender Anblick, wie die Räuberin hier über der schon eingewebten Beute thront (der einmal mehr deutlich macht, dass Natur eben eines nicht ist – friedlich):

Wegelagerer

Mal mehr und mal weniger versteckte „Wegrand“-Fundstücke.

[Auch wenn weder ich noch meine einfache Digitalkamera Makroaufnahme-Genies sind geschweige denn eine sonderliche Bildnachbearbeitungskompetenz vorliegt :-).]

Blüten, Blätter, Beeren

Pilze in allen Farben und Formen

Dies & das

Hello darkness, my old friend

Es gibt sie auch hier noch immer, natürlich, diese Tage, an denen nervlich alles so wund ist, dass es taub erscheint: Depressive Schübe, meine altvertrauten langjährigen Begleiter.

Gründe dafür braucht es keine und selbst wenn, muss es nicht an der Umgebung liegen – Altlasten-Auslöser können ja überall auftreten, manchmal ganz unbewusst: Ich kenne meine zwar einigermaßen, doch das nutzt mir nur eingeschränkt.
Ein wesentlicher Faktor ist wiederkehrend die Diskrepanz zwischen Wollen und Können, Vorstellungen und Tatsachen – das Klammern an Haltpunkten im Außen, weil Innen keiner ist (ein Teil meines Bedürfnisses nach klaren Strukturen und Hangs zum übertriebenen Perfektionismus hat dort seinen Ursprung, als Kompensation und Illusion von Kontrolle): Weiß ich ebenfalls schon lange, doch es aufzulösen bleibt wohl nach wie vor eine Dauerbaustelle.

Natürlich ist es Unsinn zu leiden an Dingen, in Bezug auf die man keinen Einfluss hat, die längst Vergangenheit sind oder schlicht zu den eigenen Gegebenheiten gehören: Ich müsste lügen, würde ich behaupten ich käme mir nicht selbst lächerlich dabei vor.
Doch die Depression ist wie ein bockiges Kleinkind, vollkommen unzugänglich für jegliche Argumente.

Was bleibt?
Ist sie stur, dann bin ich eben sturer.

Denn irgendwie muss es ja weitergehen, muss sich gekümmert werden um all die Aufgaben, die einem das Leben nun einmal unablässig vor die Füße wirft.
Und ich bin halt wie ich bin, ganz gleich wie unzulänglich und dysfunktional: Die Existenz ist kein Wettbewerb, auch wenn sie oft zu einem gemacht wird.

Ein Funke Galgenhumor blitzt wenigstens zeitweise meist noch hindurch, ansonsten hangele ich mich entlang der dem Tief abgerungenen Atempausen, die mich dankbar sein lassen für den letzten Rest noch nicht vermauerter Berührbarkeit:

Der Heugeruch in der leichten Brise durch’s weit geöffnete Fenster, die Schwalben vor’m Spätsommerdämmerhimmel, die ersten sich verfärbenden Blätter, der aufsteigende Dampf aus den Wäldern, das Plätschern des Baches, das Rauschen von Regen, Hutzeldus Klarinettenspiel im noch leeren Hallzimmer nebenan, die heiße weiße Schokolade vor mir, eine Scheibe selbstgebackenes Anisbrot.

Was ist je realer als einzig der gegenwärtige Moment?
Es genügt.

Garderobe

Die hier bereits erwähnte Rumpelkammer wurde nun zur Garderobe umfunktioniert.
Ließ sich bescheiden fotografieren, aber ich hoffe der Zusammenschnitt liefert wenigstens eine vage Vorstellung (wie immer und überall hier eben).

Was wohl die Geschichte hinter Hutzeldus einzelnem Schuh im untersten Regalfach sein mag?

Badschrank-Mysterium (& kurze Anmerkung)

Beim Putzen meines Badschrankes ist mir dieses Tür-Steckfach in die Hände gefallen und ich rätsele seither, was wohl seine Bestimmung gewesen sein mag: Mich irritiert dieses eine umgedrehte Fach außen – sollte es vielleicht eine Zahnpastatube im Fach darunter festhalten (die man einerseits jedoch auch einfach hätte legen können und was andererseits vom Design her für mich auch wieder nicht so richtig passt)?

Ansonsten möchte ich an der Stelle einmal anmerken, dass die Galerien unter den Schlagworten „Natur pur“ sowie „Dauerbaustelle“ immer wieder einmal erweitert oder verändert werden, so dass sich gelegentliches Vorbeischauen für Interessierte lohnen mag – falls das nicht eh schon klar ist.

Weite

Was ich in einer Umgebung brauche, um mich wirklich wohlzufühlen, ist Weite.

Schon die erhöhte Lage des Hauses selbst kommt mir da sehr entgegen, aber noch ungleich viel schöner ist die Landschaft, in die es eingebettet ist. Beim Anblick ausschweifender Hügel voller Mischwälder und Moorwiesen in unterschiedlichsten Nuancen von Sattgrün über Goldgelb und Rotbraun mit den feinen Farbtupfern der Gewächse dazwischen, über denen sich an einem tiefblauen Himmel imposante Wolkengebirge auftürmen und ihre Schatten über die Felder werfen, geht mir das Herz auf.

In begrenzten Bildausschnitten und noch dazu als ungeübte Fotografin kann ich die Wirkung leider kaum einfangen, aber vielleicht ja wenigstens eine vage Ahnung vermitteln.

Kontrollettis am Werk!

Ich finde es immer wieder faszinierend welchen Stellenwert Ordnung und Sauberkeit für mein Wohlbefinden haben: Dabei geht es für mich auch darum, die Reizüberfülle einer Umgebung einzudämmen und ihr Struktur zu verleihen.

Als krankhaft würde ich das zwar noch nicht bezeichnen (es belastet mich weder, noch schränkt es mich ein), aber als etwas neurotisch durchaus: Wenn ich dann die Wartezeit auf dem Meldeamt mit dem Sortieren des Flyertisches überbrücke oder die momentane Gerümpelecke so aussieht wie auf obigem Foto, überkommt mich doch eine gewisse Belustigung.